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Didi's Weg

Didi’s Weg

 

Es gibt Leute die behaupten, Zuhause sei da wo man seinen Hut aufhängt.

Und Heimat wäre dort, wo es Menschen gibt die einen mögen.

 

Ich habe gar keinen Hut.

Und dieses perfide, heuchlerische Saupack habe ich bereits vor Jahren zum Teufel gejagt.

 

Ich habe ein Schild auf dem steht:

„HOME SWEET HOME“.

Das hänge ich überall dort auf, wo ich gerade residiere. Unter einer Brücke. In einem Gotteshaus. In einem Schweinestall. In der letzten Zeit hängt es in einem leeren, alten Weinfass im Vorhof der philosophischen Akademie.

Irgendwann hatte ich festgestellt, dass meine Gutmütigkeit nur ausgenutzt wird um die eigenen Ziele zu erreichen. Da bin ich dann einfach umgezogen, ohne eine neue Adresse zu hinterlassen. Hätte ich auch nicht gekonnt. Wenn dann:

„Unter der Brücke über den Fluss, hinter dem 3. großen Müllhaufen“ oder so.

Mein Besitz ist schon recht spärlich. Abgesehen von dem Schild besitze ich noch eine, mit Branntwein gefüllte, Kürbisflasche. Eine vergammelte, alte Wolldecke, welche ich dem inkontinenten, alten Rauhaardackel meiner ehemaligen Nachbarin geklaut habe. Das war zwar die Kuscheldecke des grindigen Köters, das stinkende, zahnlose Tier wäre aber mit Sicherheit hoffentlich bald darauf verschieden. Wenn ich sie ihm nicht entwendet und zu meinem Kopfkissen umfunktioniert hätte. Für das Vieh war das zwar ein schwerer Schicksalsschlag. Ich betrachte es aber als Akt der Humanität.

Des Weiteren besitze ich ledglich die Kleider, die ich am Leib trage. Und einen Holznapf in den ich mir geschnorrtes Essen, Wein und jene Münzlinge einfüllen lasse, die mir edle Spender großzügiger Weise übereignen. Diesen habe ich dem Hund übrigens auch geklaut. Das war weit weniger großherzig von mir. Denn als ich Tage später wieder an der Stelle vorüber kam, suchte der Hund immer noch danach.

Abgesehen davon besitze ich ein Alkoholproblem.

Wobei das mit dem Problem hochgradig relativ zu betrachten ist. Denn das Problem mit meinem Alkoholkonsum haben verstärkt ja die anderen. Für mich ist es vollkommen in Ordnung, den Tag mit fröhlichem Hirntod, partiellem Koma und provokantem Verhalten zu füllen. Abgesehen davon hilft mir der Alkohol meine Erwartung an das Leben und meine Lebenserwartung nach unten zu korregieren. Bei meinem Lebensstil ist das auch dringend geboten. Das einzige Problem das ich mit dem Alkohol habe ist das, dass ich ihn mir nur selten in ausreichender Menge leisten kann.

Neulich saß ich auf dem Marktplatz in der Sonne auf einer Bank und fröhnte gerade meinem Lieblingshobby. Der öffentlichen Masturbation. Vor mir hatte ich meine Schale auf den Boden gestellt. Damit mir die Passanten einen Obolus für meine Mühen hinein geben könnten. Als mir ein Schatten die Sonne nahm.

Einige Tage zuvor saß ich an just dieser Stelle und knubbelte den Kasper. Ein Bekannter leistete mir dabei Gesellschaft. Zwischendurch sagte ich ihm:

„Wie schade, das man nicht durch einfaches Reiben des Bauches, auch den Hunger besiegen kann!“. In Gedanken fügte ich an:

„Und dass ein einfaches Reiben meiner Stirn, nicht den ganzen Dreck, den mir irgend welche Leute einreden wollen, verschwinden lässt. Und das ein Reiben der Augen nicht ausreicht die ganzen Gesichtsbaracken zu subtrahieren, die die mir die Kulisse für meinen Abschuß zerstöhren.“.

Zuerst dachte ich, es wäre wieder eine dieser Huren. Die mir unendgeldlich zur Hand gehen würden. Doch weit gefehlt. Es war keine dieser Damen. Es handelte sich nicht einmal um eine Dame. Sondern es war ein blonder Knilch in so Rüstungszeug. Mit einem Schwert an der Seite. Er sprach:

„Ich bin…“, den Namen habe ich vergessen. Irgend so ein Arschloch halt. „Du hast einen Wunsch frei. Ich werde ihn gewähren.“

Der Typ langweilte mich. Und die Sonne hatte mir gerade so schön den Puller gewärmt.

Ich hielt inne in meinem Tun, schirmte mit der freien Hand meine Augen gegen die Sonne ab und sagte:

„Geh mir aus der Sonne!“

Nachdem der Knilch dem Folge geleistet und sich getrollt hatte, nahm ich meine Tätigkeit wieder auf. Durch meine trefflichen Worte und einen weiteren Schluck aus meiner Flasche beschwingt, kam ich auch bald zum Abschluss.

Ich schleuderte meinen Saft in hohem Bogen aus mir heraus, über meine Schale hinweg, in den Staub des Platzes. Eine gerade vorbei gehende Gruppe junger Mädchen stieß spitze Schreie aus, bedachte mein Tun mit abschätzigen Blicken und setzte ihren Weg fort. Ohne mein Werk allerdings gebührend und in ausreichendem Maße zu würdigen.

Zwei reudige Straßenköter kamen angekrochen und delektierten sich an meinem Nektar. Sie schlotzten ihn vom Boden und meinen Schenkeln.

Nachdem ich mich ausreichend erholt und einen weiteren Schluck aus meiner Flasche genommen hatte, kehrte ich Heim. Zurück zu meinem Schild.

27.10.14 19:55
 
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