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Fettness

Fettness

 

Er betrat das neue Fitness-Studio. Die Wände bestanden nur aus Spiegeln. Sogar die Fenster hatten sie zugemauert und stattdessen mit Spiegeln versehen. Es war seltsam, aber auch irgendwie erregend.

 

Sein eigenes Spiegelbild spiegelte sich ins Unendliche wieder. Nach einer Weile wich alle Freude aus seinem Herzen. Alle Zuversicht. Er hatte das Gefühl, nie wieder Glück empfinden zu können.

Seine Optik verschwamm. Er hörte Farben und sah Töne. Seine Knie wurden weich. Als hätte er gerade ein LSD-Vollbad genommen. Er beschloss diesen Ort so schnell wie eben möglich wieder zu verlassen.

Beim Verlassen des Studios beobachtete ihn Hansi. Hansi war der Besitzer und Gründer dieses Etablissements. Im Kreis seiner braun gebrannten, willenlosen Fitness-Golems stand er hinter der Theke. Gleich neben dem Entsafter. Hansi steckte sich das lila Polo-Shirt in die kurze, gelb-rosa-karierte Hose welche er bis oberhalb des Bauchnabels gezogen hatte. Er grinste hämisch.

Wieder hatte er eine Seele gefangen. Denn in Wirklichkeit war er gar nicht der sympathische  Hans Oiskraxler. Das war nur seine Scheinidentität mit der er die Welt blendete. In Echt war er der böse Schwarzmagier und Seelenfänger Kokel-Trans. Kokel-Trans hatte dieses Studio als riesige Seelenfang-Falle konzipiert. Jeder der ihm in die Falle ging war verloren.

Der Vollmond war gerade aufgegangen, als er „Hansi’s Fettness-Baracke“ durch den einzigen Zugang verließ. Er trat auf die Straße und wollte gerade in den Wagen steigen. Da viel erschien ein dunkler Schemen vor dem Mond.

Er rechnete fast mit einem Werwurm. Doch der Schemen entpuppte sich als seine alter Kumpel Massala. Massala war ein großer, schwarzer Vodoo- und Schweine- mPriester aus dem Senegal. Dieser sagte dieses Haus sei böse, seine Seele zerrissen worden und dort gefangen.

Wieder Zuhause angekommen berichtete er seiner rothaarigen Drittfrau Beatrix von seinen Erlebnissen. Sie berieten sich, was nun zu tun sei. Dabei konnte Beatrix auf ihre einschlägigen Erfahrungen als Kräuterhexe zurückgreifen. Später am Abend begaben sie sich erneut zu dem Studio. Sie warteten bis die Golems gegangen waren. Kokel-Trans blieb in seiner Seelen-Falle und begab sich in den zentralen Raum. Mit einer schweren Beinpresse blockierten sie die Tür.

Kokel-Trans sonnte sich gerade im eigenen Licht und wollte die Seelen in sich aufnehmen. Als er hörte, wie etwas schweres vor die Tür geschoben wurde. Er wollte entfliehen. Doch der Raum bot kein Entkommen. Durch die Verspiegelung war es ihm auch nicht möglich Magie zu verwenden.

Beatrix entzündete das Benzin. Mit diesem hatten sie das Interieur getränkt. Der Laden brannte wie Zunder. Die reinigende Kraft des Feuers verwandelte Kokel-Trans in einen rauchenden Haufen Asche. Durch die Vernichtung des Studios und das Ableben von Kokel-Trans wurden sämtliche Seelen befreit.

Beatrix und er gingen nach Hause. Er betrachtete die sternenförmigen Muttermale auf der Innenseite von Beatrix’s Schenkeln. Anschließend ritt er den alten Besen durch die Nacht. Er fühlte sich befreit und erleichtert. Er dankte Beatrix für ihre Mühen, drehte sich zur Seite und schlief sofort ein.

29.10.14 22:21
 
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